Konzeption der Einrichtung

Vorwort

„Mit einer Kindheit voll Liebe kann man ein halbes Leben lang für die kalte Welt haushalten.“(Jean Paul)
Mit diesen Worten beschreibt der Dichter eine einfache Grundwahrheit:
Wer als Kind in liebevoller Umgebung aufgewachsen ist, tut sich später im Leben leichter.
Wer als Kind auf Liebe vertrauen kann, kann auch mit schwierigen Situationen im Leben umgehen, ohne sofort zu verzweifeln.
Liebe macht widerstandsfähiger. In der Sprache unserer Zeit heißt das Resilienz. Dieses Wort klingt zunächst sehr ungewohnt. Meistens wird es mit dem Begriff „Widerstandskraft“ übersetzt. Und in der Pädagogik meint man damit jene innere Kraft, die uns - Erwachsenen wie Kindern-  helfen kann, auch mit Konflikten umzugehen.

In unserem St. Johannes Kindergarten hat die Förderung der Resilienz eine hohe Bedeutung. Davon können Sie in der vorliegenden Konzeption lesen. Gleichzeitig wollen wir als kirchlicher Träger nicht nur Selbstvertrauen, Ich-Stärke und Resilienz vermitteln, sondern auch an die Grundwerte unseres christlichen Glaubens erinnern.
Der Glaube, dass wir – ob groß oder klein- von Gott geliebt sind, ist die Basis unseres Handelns. Jeder Mensch ist einzigartig. Gleichzeitig leben wir in Gemeinschaft und sind dazu aufgerufen, dieses Zusammenleben auch gut zu gestalten. Das ist eine Herausforderung, die ein Leben lang besteht.
Als Kirchengemeinde liegen uns die Trägerschaften für unsere Kindertagesstätten sehr am Herzen. Wir möchten, dass Kinder behütet und in Ruhe aufwachsen,  erste Erfahrungen im christlichen Glauben sammeln und ein Grundvertrauen zu Gott entwickeln können. So feiern wir mit den Kindern im Kindergarten neben den Festen im Jahreskreis auch  gemeinsam Gottesdienste – beispielsweise an Erntedank, am Martinsfest,  vor Weihnachten, in der Passionszeit und bei der Verabschiedung der Vorschulkinder.
Daneben hören die Kinder in den Gruppen die wichtigsten biblischen Geschichten und lernen einige religiöse Kinderlieder.
So wünschen wir uns, dass die Kinder sich in unserem Kindergarten wohl fühlen und noch ein Stück Stärkung „für die kalte Welt“ mitbekommen.

Pfarrerin Dorothea Bezzel
Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Johannes Gilching

1.1 Geschichte des Kindergartens

Unsere Einrichtung wurde 1990 durch die Gemeinde Gilching errichtet und im September 1991 feierlich eigeweiht. Die Trägerschaft übernahm die  Ev. Luth . Kirchengemeinde St. Johannes. Es wurden eine Schulkindergartengruppe, 2 Regelgruppen und eine Integrationsgruppe angeboten. So konnten 80 Kinder betreut werden. Das Team bestand aus 8 Mitarbeiterinnen. 2008 wurde die Schulkindergartengruppe in eine Hortgruppe umgewandelt, da es einen großen Bedarf an Betreuungsmöglichkeiten im nachschulischen Bereich gab. Die Nachfrage nach Hortplätzen wurde immer größer, so dass die Gemeinde Gilching einen zweigruppigen Hort neben dem Kindergarten baute. Dieser startete 2010 in zwei Containern und zog im Sommer 2011 in das neue Haus ein. Im Kindergarten stellten wir fest, dass die zu betreuenden Kinder immer jünger wurden und in den großen Gruppen oft noch überfordert waren. Aus diesem Grund entstand in der freigewordenen Hortgruppe eine Vorkindergartengruppe, die nun Kinder im Alter von 2,5 – 3 Jahren auf den Kindergarten vorbereitet. Unser Team ist inzwischen auf 12 Personen gewachsen, die 83 Kinder betreuen.

1.2 Bedarfssituation und Einzugsgebiet

Die Kirche, das Gemeindehaus mit  Pfarrhaus der Kirchengemeinde St. Johannes, der  Kinderhort sowie unser  Kindergarten liegen in der Nähe des Gilchinger Ortskerns. Dort gibt es in direk­ter Nachbarschaft Reihenhäuser, individuelle Wohnanlagen, ein kleines Einkaufszentrum und die etwas entfernter liegende Arnoldus Grundschule, die mit einem kindgerecht gestalteten und öffentlich zugäng­lichen Schulhof ausgestattet ist. Ein großer Fußballplatz, der Steinberg und die S-Bahnstation Argels­ried sind vom Kindergarten aus gut zu Fuß erreichbar. Die Umgebung Gilchings, das Fünfseenland und die direkte S-Bahnverbindung nach München ermöglichen viele Freizeitaktivitäten und interessante Ausflüge. Fast alle Kinder, die den Kindergarten besuchen, sind in der Gemeinde Gilching ansässig. Von 82 Kindern kommen derzeit drei Kinder aus dem Kosovo, 1Kind aus Vietnam, sechs Kinder aus türkisch stämmigen Familien und ein Kind aus einer tschechisch stämmigen Familie. Viele Eltern sind berufstätig und deshalb auf einen Kindergartenplatz angewiesen. Wenige können auf Großeltern oder andere Betreuungsformen zurückgreifen. Fast alle Familien sind finanziell gut situiert und der Großteil der Kinder hat ein eigenes Zimmer zur Ver­fügung. Einige Kinder gehen nach dem Kindergarten Freizeitaktivitäten nach, z.B. Instrumentalunterricht, Fußballtraining, Turnverein und Ballettunterricht. Einzelne bekommen eine zusätzliche Förderung in Form von Montessori therapie, Sprachgestaltung und Logopädie sowie Ergotherapie. Die Familien sind unserer Meinung nach einem sehr hohen Druck von außen ausgesetzt, das „Bestmögliche“ für die Entwicklung der Kinder tun zu müssen. Zudem  beobachten wir eine stark durchplante Restfreizeit. Die Familien nutzen ein vielfältiges Kultur- und Freizeitangebot der Umgebung und fahren in der Regel einmal im Jahr in Urlaub.

1.3 Gebäude und Ausstattung

In unserer Einrichtung gibt es 4 Gruppenräume und 2 Nebenräume (die jeweils von 2 Gruppen genutzt werden). Alle Gruppenräume sind mit verschiedenen Funktionsecken ausgestattet, die die Kinder zum Spielen und Entspannen einladen. In den Gruppenräumen der beiden Regelgruppen wurde in den letzten Jahren eine Galerie eingebaut, um mehr Platz für die Kinder zu schaffen. Des Weiteren gibt es einen  großen Turnraum, einen Vorschulraum mit Bibliothek und eine Aula. Hier haben die Kinder die Möglichkeit für Bewegungsspiele. Turnraum und Aula werden auch für Festlichkeiten und Veranstaltungen genutzt. Ein Büro befindet sich ebenfalls im Erdgeschoss.  Im  1. Obergeschoss befindet sich ein Teamzimmer, welches für Besprechungen, Elterngespräche oder die Pausen der Mitarbeiter genutzt wird. Desweiteren gibt es im Obergeschoss einen Therapieraum, in dem unsere Montessoritherapeutin sowie die Ergotherapeuten der Lebenshilfe Starnberg mit unseren Förderkindern arbeiten. Wir verfügen über 2 Waschräume mit Toiletten, davon ist ein Waschraum behindertengerecht ausgebaut. Vor einigen Jahren wurde mit Hilfe vieler Eltern der Garten umgestaltet, so dass die Kinder jetzt viel Fläche zum Toben, Spielen, Klettern und Experimentieren haben.

1.4 Mitarbeiter/innen und deren Qualifikation

Die Kinder unseres Hauses werden zurzeit betreut von:

-          einer Erzieherin in der Leitungsfunktion in Vollzeit

-          fünf Erzieherinnen in Vollzeit

-          drei Erzieherinnen in Teilzeit

-          drei Kinderpflegerinnen in Vollzeit

-          einer Montessoritherapeutin auf Honorarbasis

-          einer Sprachgestaltungstherapeutin auf Honorarbasis

1.5 Zielgruppe der Einrichtung

Unsere Einrichtung bietet Platz für 100 Kinder im Alter von 2,5 – 7 Jahren. Von diesen Plätzen werden ca. 10 Plätze für Kinder unter drei Jahren und 5 Plätze für Integrationskinder zur Verfügung gestellt. Weiterhin gibt es 10 Plätze für eine verlängerte Öffnungszeit bis 17.00 Uhr.

2.1 Öffnungszeiten

Der Kindergarten ist Montag bis Donnerstag von 7:30-17:00 Uhr und Freitag von 7.30 Uhr bis 15.30Uhr geöffnet. Der Kindergarten ist in den gesamten Weihnachtsferien, der 2.Pfingstferienwoche und 2 Wochen in den Sommer­ferien geschlossen. Zu Beginn des neuen Kindergartenjahres werden die darüber hinaus anfallenden Schließtage, wie Fortbildungs- oder Brückentage und der Termin des Betriebsausfluges bekannt gegeben. Dies geschieht in Absprache mit dem Elternbeirat und dem Träger.

2.2 Grundlagen der Arbeit im Kindergarten

Die gesetzliche Grundlage bildet das BayKiBiG, (Bayerisches Kinderbildungs-und Betreuungsgesetz) mit der dazugehörigen jeweils geltenden Ausführungsverordnung(AVBayKiBiG). Weitere rechtliche Grundlagen sind SGBVIII (Sozialgesetzbuch achtes Buch), das Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) sowie die Bayerischen Leitlinien für die Bildung und Erziehung von Kindern bis zum Ende der Grundschulzeit.

2.3 Beiträge

Die Kindergartengebühren werden nach Buchungszeiten gestaffelt (siehe nachfolgende Tabelle). Zuzüglich zum Kindergartenbeitrag berechnen wir monatlich 5.00 Euro Spielgeld x 12 Monate.

 

Buchungskategorie und Elternbeitrag

Beitrags-
staffelung
nach

Regelkind

Ermäßigung für
Geschwister-
kind

Stunden

100%

70%

 

> 3 - 4

  79,00 €

55,30 €

> 4 - 5

  86,90 €

60,83 €

> 5 - 6

  94,80 €

66,36 €

> 6 - 7

102,70 €

71,89 €

> 7 - 8

110,60 €

77,42 €

> 8 - 9

118,50 €

82,95 €

> 9 – 10

126,40 €

88,48 €

Bei Aufnahme des Kindes in den Kindergarten wird eine einmalige Aufnahmegebühr von 5,00 € fällig. Einmal im Jahr werden 5,00 € Kopiergeld, sowie 3,00 € Getränkegeld eingesammelt.

2.4 Anmeldeverfahren

Es gibt ein zentrales Anmeldeverfahren für alle Gilchinger Kindertageseinrichtungen.  Die Eltern haben die Möglichkeit, an einem Tag der offenen Tür die Einrichtung kennenzulernen. An einem gemeinsamen Anmeldetag für die Kindergärten sind alle Leiterinnen  der einzelnen Einrichtungen anwesend und nehmen die Anmel­dungen entgegen. Die Anmeldebögen können vorab auf der Homepage der Gemeinde bzw. des Kindergartens heruntergeladen und schon ausgefüllt abgegeben oder vor Ort ausgefüllt werden. Die Anmeldungen werden an die jeweiligen Kindergärten nach Priorität weitergeleitet. Der Tag der Versendung der Zusagen wird am Einschreibungstag bekannt gegeben. Der Zeitpunkt wird jährlich von der politischen Gemeinde in Absprache mit den Leitungen festgelegt.

2.4.1 Aufnahmekriterien

Die Aufnahme in die Einrichtung erfolgt im Rahmen der vorhandenen Plätze.

  1. Die Leitung entscheidet über die Zuordnung des Kindes zu einer Gruppe der Tageseinrichtung nach pädagogischen Erfordernissen und dem Alter des Kindes.
  2. Der Kindergarten nimmt Kinder frühestens vom vollendeten dritten Lebensjahr  bis zum Beginn der Schulpflicht auf. Eine Aufnahme von Kindern unter 3 Jahren ist bei entsprechenden Platzangeboten in Absprache möglich (Vorkindergartengruppe). Ist keine ausreichende Anzahl an Plätzen verfügbar, so wird neben dem Geburtsjahr nach den folgenden Dringlichkeitskriterien entschieden:
    a) Kinder, deren Mutter oder Vater allein erziehend ist
    b) Kinder, bei denen bereits ein Geschwisterkind den Kindergarten besucht
    c) sonstige Dringlichkeitsfälle
  3. Kinder, die körperlich, geistig oder seelisch behindert sind, können in den Kindergarten aufgenommen werden (Integrationsgruppe), wenn ihren besonderen Lebensbedürfnissen Rechnung getragen werden kann unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der übrigen Kinder.
  4. Ein Rechtsanspruch auf einen Platz in der Tageseinrichtung besteht erst dann, wenn ein Betreuungsvertrag zwischen Rechtsträger und Personensorgeberechtigten abgeschlossen ist.

Der Träger behält sich außerdem vor, je nach Kapazität, die Vergabe von 1-2 Plätzen aus sozialen Gründen den oben genannten Kriterien voran zu stellen.

2.4.2 Mindestbuchungszeit und Kernzeit

Die wöchentliche Mindestbuchungszeit beträgt 20 Stunden. Die Kernzeit des Kindergartens beträgt 3,5 Stunden (8.30 Uhr – 12.00 Uhr).

2.5 Essens-und Getränkeangebot

Unsere Einrichtung bietet zwei Mahlzeiten an. Für eine gemeinsame Brotzeit am Vormittag bringen die Kinder ihr Essen selbst mit. Hier wird von Seiten des Kindergartens eine gesunde und ausgewogene Brotzeit angeregt. 

Für das Mittagessen können die Eltern zwischen einer warmen Mahlzeit, die über die Einrichtung bestellt wird, und einer selbst mitgebrachten Verpflegung für ihr Kind wählen. Beliefert werden wir seit längerem von der Großküche der Klinikums Seefeld. Es werden als Getränke angeboten: Wasser und Tee

2.6 Infektionsschutz, Hygiene und Sicherheit

Die Sicherheitsbeauftragten der Einrichtung sind für Fragen der Hygiene, Infektionsschutz und Sicherheit zuständig. Sie nehmen an Fortbildungen bzw. Schulungen teil. Im Turnus von zwei Jahren werden alle Mitarbeiter/Innen in der Ersten Hilfe am Kind regelmäßig nachgeschult. Zwei Mitarbeiter/­Innen sind als Ersthelferinnen ausgebildet und nehmen regelmäßig an Auffrischungskursen teil. Alle Mitarbeiter/Innen werden alle zwei Jahre auf die einzuhaltenden Hygieneregeln hingewiesen und schriftlich informiert.

3.1 pädagogische Grundlagen

Grundlegend für unsere pädagogische Arbeit  sind zum einen die Rechte der Kinder der UN Kinderrechtskonvention (nachzulesen unter: http://www.national-coalition.de/pdf/UN-Kinderrechtskonvention.pdf) und zum anderen die gesetzlichen Grundlagen aus dem bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzt, dem Kinder- und Jugendhilfegesetz und dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan (siehe hierzu auch Punkt 4.1.1 Bild vom Kind Konzept S. 12)

3.2 Leitbild unserer Einrichtung

Unsere Einrichtung ist ein Haus für Kinder im Alter von 2,5 – 7 Jahren und unterstützt die Eltern auch im Schulalter durch den angegliederten zweigruppigen Hort. In unserer evangelischen Kindertageseinrichtung ist es uns ein großes Anliegen, den Kindern christliche Werte zu vermitteln und diese auch zu leben. Dies findet im Einklang mit der gesamten Erziehungsarbeit statt, geschieht in einer Atmosphäre von Vertrauen und Geborgenheit und schließt die Achtung von anderen Glaubensüberzeugungen mit ein. Uns ist jeder Mensch wertvoll – Kind, Eltern, Erzieher, Mitglieder des Teams – jeder mit seinen Stärken und Schwächen.  „ Aufgabe der Umgebung ist nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren „ (Maria Montessori)

3.2.1 Grundsatzziele unserer Einrichtung

- Freude  am Leben bewahren
- Integration der Kinder in die Gemeinschaft
- Bestehen in der Gemeinschaft
- innerlich gefestigte Kinder
- kreativ und neugierig sein dürfen (Freiheit zum Ausprobieren, Erfahrungen sammeln, Bewegungsdrang
  ausleben – denn ausreichende Bewegung gibt die Grundlage für eine gute Konzentrationsfähigkeit
- Werte vermitteln (Achtung vor sich selbst, vor dem anderen, vor der Natur, religiöse Feste feiern und
  verstehen)
- jeder darf anders sein (Inklusion)
- Kinder unterstützen, ihre inneren Werte zu finden
- Hinführung zur Fähigkeit, seine Meinung frei zu äußern
- den Kindern gewisse Mitbestimmung und Mitsprache ermöglichen (Partizipation)
- sich selbständig und ganzheitlich entwickeln können

„Ohne Beziehung keine Erziehung“

3.3 Rolle und Bedeutung der pädagogischen Betreuungspersonen

Wir sehen uns in einer begleitenden und unterstützenden Rolle. Die Kinder werden durch ein respektvolles, empathisches Verhalten der Erwachsenen in ihrer Persön­lichkeit gestärkt. Die Pädagoginnen schaffen Spiel- und Lernanregungen und setzen Impulse, die für die Alltags- und Lebensbewältigung von großer Bedeutung sind. Sie haben die Rolle der Beobachtenden. 

Beobachtungen dienen als Grundlage für:

-Elterngespräche

-entsprechende Angebote und Impulse zur Stärkung der Persönlichkeit

-entsprechende Unterstützung der Kinder im sozialen Kontext

3.4 Projektarbeit

Projekte ergeben sich aus den momentanen Interessen der Kinder oder durch Impulse, die das pädagogische Personal gibt. Sie verlaufen prozessorientiert, was bedeutet, dass es zwar eine Zielorientierung gibt, diese jedoch im Prozessgeschehen weiterentwickelt oder verändert werden kann. Projekte ermöglichen den Kindern ein intensives Erfahren und damit nachhaltiges Lernen. Sie können über einen kurzen Zeitraum oder als Jahresthema laufen, je nachdem, wie lange das Interesse der Kinder anhält. Projektarbeit findet meist in Kleingruppen statt.

3.5 Freispiel - freie Spielzeit

Freispielzeit gibt den Kindern die Möglichkeit, soziale und emotionale Kontakte mit Kindern unterschiedlichen Alters, Geschlechts und Herkunft, mit Erwachsenen und mit sich selbst herzustellen. Dabei geben wir den Kindern Zeit und Raum für selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Tun. Die Kinder haben die Wahl zwischen verschiedenen Spielangeboten und suchen sich ihre Spielpartner selbst aus. Dabei lernen sie, sich einzufügen, miteinander zu spielen, sich gegenseitig  zu akzeptieren, sich durchzusetzen und Konflikte zu lösen. Die Erzieherin hat dabei eine beobachtende und begleitende Position. Daraus können sich sowohl Angebote als auch Projekte entwickeln.

 

3.6 Umgang mit Fehlern, Rückmeldung (Feedback), Beschwerdemanagement und Konfliktbearbeitung

3.6.1 Umgang mit „Fehlern“ und Rückmeldung

Es ist unser Ziel, eine liebevolle Atmosphäre zu schaffen, in der Fehler akzeptiert und toleriert werden. Die Kinder sollen das Vertrauen haben, angenommen zu sein und Fehler machen zu dürfen. Fehlerhaftes Verhalten wird mit den Kindern besprochen und reflektiert, damit sie daraus lernen können und andere Erfahrungen machen. Durch die Vorbildfunktion der Pädagoginnen können die Kinder lernen, lösungsorientiert zu agieren und ihre Stärken einzusetzen.

3.6.2 Beschwerdemanagement

Eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Elternhäusern liegt uns sehr am Herzen. Wir sind aufgeschlossen gegenüber Kritik und Anregungen. Dies ist hilfreich für die Weiterentwicklung unserer täglichen Arbeit. Durch regelmäßige Elternbefragungen, Elternstammtische, aber auch über die Ansprechpartner des Elternbeirates, haben die Eltern die Möglichkeit Ihre Anliegen zu kommunizieren. Des Weiteren gibt es jederzeit die Möglichkeit für ein Gespräch mit den Erzieherinnen der Gruppe, der Leitung oder mit der Trägervertretung. Auch den Kindern möchten wir die Möglichkeit zur Beschwerde geben. Im täglichen Morgenkreis, in Kinderbefragungen, aber auch jederzeit im Kindergartenalltag, haben die Kinder die Möglichkeit ihre Anliegen zu äußern. Wir akzeptieren die Empfindungen der Kinder, bringen Ihnen Respekt und Wertschätzung entgegen und bieten bei Bedarf individuell Hilfe an. Zusätzlich suchen wir bei Problemen gemeinsam mit den Kindern nach Verbesserungsmöglichkeiten und Lösungen.

3.6.3 Konfliktbearbeitung und Rückmeldung( Feedback)

Mit Konflikten konstruktiv umgehen zu lernen ist eine wichtige soziale Kompetenz. Dazu ein wichtiges Sprichwort:

„Die Freiheit des Einzelnen hört da auf, wo die Grenzen des anderen anfangen.“ 

Ein gut geplanter, ruhiger, störungsfreier Zeitrahmen, in dem jeder zu Wort kommt, in dem Kompro­miss­bereitschaft herrscht und Lösungsvorschläge entwickelt werden können, fördert empathisches Verhalten. Es werden den Kindern, falls notwendig, Konsequenzen und die daraus entstehenden Folgen aufgezeigt. Wir legen großen Wert auf Ich-Botschaften. 

4.1 Pädagogische Grundhaltungen

4.1.1 Bild vom Kind

„Bildung ist ein lebenslanger Prozess und beginnt mit der Geburt. Von Anfang an setzen sich Kinder kompetent, aktiv und neugierig mit der Welt auseinander. Sie entwickeln nach und nach ein Verständnis davon, wie die Welt beschaffen ist und welche Bedeutung sie in der Welt haben. Bildung beschäftigt sich immer mit beidem: dem Selbst und der Welt. Dieses Wissen von sich und der Welt überprüft, differenziert und erweitert das Kind ständig. Um handlungsfähig zu werden und zu bleiben, muss jedes Kind die Welt für sich neu erfinden, seine Bedeutung in der Welt immer wieder neu verorten und seine Interpretationen der Welt immer wieder aktualisieren.“  (zit. Ministerium für Bildung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein 2009, S.5)

4.2 Voraussetzung der Arbeit im Kindergarten

Der Kindergarten sieht sich als Familien ergänzende und Familien unterstützende Einrichtung. Durch eine geeignete Lernumgebung wird den Kindern die Möglichkeit gegeben, sich ihren Fähigkeiten entsprechend Bildung anzueignen. In Anlehnung an den Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan begleiten die pädagogischen Fachkräfte die Kinder in ihrer Entwicklung. Durch pädagogische Angebote wird ihnen der Erwerb vielfältiger Kompetenzen ermöglicht. Voraussetzung hierfür ist ein entsprechender Personalschlüssel, sowie Zeit und Raum.

4.3 pädagogische Ziele unserer Arbeit im Kindergarten

4.3.1 Umsetzung der Basiskompetenzen des Bildungs- und Erziehungsplanes

Als Basiskompetenzen werden grundlegende Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie Haltungen im Kindergartenalltag erworben, eingeübt, gelernt und erfahren.

Die Basiskompetenzen sind die Grundlage jedes Lernens und des sozialen Miteinanders.

  1. Selbstwahrnehmung
    Für die Kinder ist es wichtig, mit anderen Personen zurecht zu kommen, eigene Gefühle einschätzen zu können und die Körperwahrnehmung zu entwickeln. Jedes Kind benötigt ein positives Selbstwertgefühl, nur dann kann es sich für wertvoll halten und mit sich selbst zufrieden sein.  In unterschiedlichen Lernbereichen ist es eine grundlegende Voraussetzung, dass die Kinder ihre Leistungsfähigkeit entsprechend nutzen und weiter ausbauen können. Die Selbstwahrnehmung wird eingeübt im Erleben, in der Gruppe, im individuellen Angenommensein, in positiven Rückmeldungen und in der Herausforderung.
  2. Eigenmotivation
    Selbstbestimmtes Handeln weckt die Neugier bei den Kindern. Dadurch lernen sie ihr eigenes  Verhalten zu beobachten und zu bewerten. Unterstützt werden die Kinder entsprechend ihres Leistungsniveaus und durch verschiedene Vorbilder. So werden die Kinder befähigt, schwierige Situationen mit Selbstvertrauen und Zuversicht zu bewältigen. Unser Kindergarten bietet unterschiedliche Impulse an, um den Kindern die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu erfahren, sich einzuschätzen und das Leben zu entdecken.
  3. Kognitive Kompetenzen
    Durch vielseitige Angebote, Spiele, Impulse und Erfahrungsmöglichkeiten wird die differenzierte Wahrnehmung der Kinder unterstützt. Ebenfalls nehmen wir die aktuellen Interessen der Kinder in unseren Gruppenalltag auf. Dabei wird die Denk- und Gedächtnisfähigkeit trainiert und grundlegendes Wissen angeeignet. Bei dem Erwerb der kognitiven Kompetenzen der Kinder sind uns die Eigenmotivation und das Lernen mit „Kopf, Herz und Hand“ wichtig. Nach dem Leitgedanken „Hilf mir, es selbst zu tun“, geben wir dem Kind die Möglichkeit, eigene Lösungsstrategien zu entwickeln, und begleiten es dabei geduldig und motivierend.
  4. Kreativität und Phantasie
    In der kreativ – ästhetischen Erziehung haben die Kinder die Möglichkeit, differenzierte Techniken kennenzulernen und diese angeleitet oder nach eigenen phantasievollen Vorstellungen umzusetzen. Dazu bekommt das Kind ausreichend Raum und Zeit, seine Ideen auszuprobieren
  5. Physische Kompetenzen
    Die Grundlage des Lernens, der Feinmotorik und der Sprache ist die Bewegung. Daher sehen wir es als unsere Aufgabe, den Kindern ausreichend Möglichkeiten und Raum anzubieten, um unterschiedlichsten Bewegungsbedürfnissen gerecht zu werden (Waldtage, Garten, Spaziergänge, Spielplätze, Turntage, freie Bewegungsmöglichkeiten in Aula und Turnhalle….)
  6. Lernmethodische Kompetenzen
    Ziel ist es, durch vielfältiges Material und Angebote, Naturerlebnisse und Spielsituationen, die Kinder neugierig auf ihre Umwelt zu machen. Die Aufgaben des Erwachsenen sind hierbei, sich nicht in das Spiel der Kinder einzumischen, sondern die Spielsequenz zu stabilisieren, das heißt die Kinder zum Weitermachen zu animieren, Impulse und Zuspruch zu geben. All das wirkt sich positiv auf die Spielqualität aus. Die Kinder sollten dabei die Fähigkeit erwerben, das Gelernte auf andere Alltagssituationen zu übertragen. Grundlage in der Vermittlung lernmethodischer Kompetenzen ist der ganzheitliche Ansatz – Kinder lernen mit allen Sinnen. Dinge, die sie selbst erleben, festigen sich in ihrem Geist.
  7. Soziale Kompetenz

Durch die vielen sozialen Begegnungen im Kindergarten, haben die Kinder die Möglichkeit, Beziehungen aufzubauen, die durch Sympathie und gegenseitigen Respekt gekennzeichnet sind. Durch offenes und wertschätzendes Verhalten der pädagogischen Fachkräfte werden die Kinder bei der Kontaktaufnahme und im sozialen Verhalten unterstützt. Die Kinder sollen die Bedürfnisse und Gefühle der anderen erkennen, aber auch ihre eigenen Interessen schützen und wahren.

4.3.2 Starke Kinder - Resilienz

Der demographische Wandel wird den Kindern von heute eine große Verantwortung auferlegen. Deshalb sollen die Kinder gestärkt werden, damit sie den bevorstehenden gesellschaftlichen Wandel bestehen können. Viele alte Menschen stehen wenigen jungen Menschen gegenüber. Das bedeutet, die Kinder brauchen ein hohes Maß an Flexibilität und Anpassung, um diesen gesellschaftlichen Herausforderungen in spä­teren Jahren verantwortungsvoll entgegentreten zu können. Kinder sind „schwache Glieder“ unserer Gesellschaft. Die Stärkung eines gesunden Selbstwertgefühls ist der beste Schutz unserer Kinder vor Gewalt, Drogenabhängigkeit und sexuellem Missbrauch. Resilienz als Ziel in der Erziehungsarbeit bedeutet, die Kinder in ihrer psychischen Entwicklung zu unterstützen und die psychische Widerstandsfähigkeit zu stärken. Die Kinder sollen sich als selbst­wirk­same Menschen erleben und ein positives Selbstbild entwickeln. Ein weiterer wichtiger Faktor in der Resilienzförderung ist die sogenannte „Frustrationstoleranz“. Die Kinder sollen lernen, produktiv mit Frustrationen umzugehen und sie zu bewältigen.

4.3.3 Partizipation –demokratische Teilhabe

Die Kinder sollen befähigt werden, eigene Interessen zu erkennen und ihre eigene Meinung zu vertreten. Das Einfühlungsvermögen in andere, das Erkennen von Handlungsalternativen und die Einschätzung von (möglichen) Folgen ihres Verhaltens sind wichtige Bestandteile der Partizipation. Der Kindergarten gibt den Kindern den Raum, erste Erfahrungen mit demokratischem und nachhaltigem Denken und Handeln zu machen.

4.3.4 Lust am Lernen und Selbstorganisation

Die Neugier und die Lust am Lernen zu stärken, sehen wir als pädagogische Aufgabe. In diesem Prozess sollen die Kinder lernen, ihren eigenen Lernprozess zu reflektieren und daraus entsprechende Schluss­folgerungen zu ziehen, kurz gesagt „das Lernen lernen“. Sich selbst organisieren zu können ist eine wichtige Fähigkeit, die es zu entwickeln gilt.

 4.3.5 Inklusion

Solidarisches Verhalten und Empathie für Schwächere oder Benachteiligte ist eine wichtige Voraus­setzung, um sich für eine Gesellschaft ohne Ausgrenzung einzusetzen und Inklusion möglich zu machen.

Die Kinder sollen wahrnehmen, dass Schwache durchaus Fähigkeiten besitzen ihren gesellschaftlichen Beitrag zu leisten und dass sie für die Gesellschaft wertvoll und wichtig sind. Die Kinder lernen die eigenen Stärken so einzusetzen, dass andere die Möglichkeit haben daran teilzunehmen. Damit sollen die Kinder in ihrem späteren Leben zu einer lebendigen, von Fairness geprägten, sich weiterentwickelnden Gesellschaft beitragen können. Inklusion ist ein ständiger Prozess, der immer weitergeführt und verbessert werden kann. In unserer Einrichtung  gibt es bereits folgende inklusive Aspekte: es werden Kinder unabhängig von Herkunft, Religion und Besonderheiten aufgenommen und gefördert, es gibt altersgerechte Räumlichkeiten und entsprechendes Spielmaterial, das Gebäude ist ebenerdig und behindertenfreundlich.

4.3.6 Spannung und Entspannung

Unsere Aufgabe ist es aber auch, mit den Kindern eine angemessene und ausgewogene Zeit von Spannung und Entspannung zu strukturieren und entsprechend zu entwickeln und zu gestalten.

4.3.7 Regeln im Zusammenleben

Regeln einer sozialen Gemeinschaft sollen den Kindern Sicherheit geben. Sie dabei zu unterstützen hat für uns einen hohen Stellenwert. Dieser Rahmen gibt den Kindern und Erwachsenen Handlungssicherheit, Verlässlichkeit und Gebor­genheit.

4.3.8 Kulturtechniken

Das Erlernen von Kulturtechniken, wie zum Beispiel Benimmregeln oder Begrüßungsrituale¸ sowie ein wertschätzender und respektvoller Umgang gehören genauso zu unseren pädagogischen Zielen wie zum Beispiel die Bewältigung von Herausforderungen und Konflikten im Alltag.

4.3.9 Interkulturelle Pädagogik

Jeder Mensch wird als Teil seiner Kultur geprägt und wächst in ihr auf. Unterschiedlichkeiten zwischen Menschen sind Teil einer interkulturellen Bildungsarbeit im Kindergarten. Die Kinder sollen die eigene und fremde Kultur nicht nur kennenlernen, sondern auch reflektieren und kritisch betrachten lernen.

4.3.10 Religiöse Erziehung

In der religiösen Erziehung steht für uns an oberster Stelle die Vermittlung eines christlichen Menschenbildes, das bedeutet die bedingungslose Wertschätzung jedes Kindes und Erwachsenen. Christliche Werte, wie zum Beispiel das Gebot der Nächstenliebe, sind ein wichtiger Teil in unserer Arbeit mit den Kindern. Das Gebet vor dem Essen ist ein alltäglicher Teil davon. Zur religiösen Erziehung gehört für uns auch die Vermittlung von Toleranz und Respekt gegenüber anderen Glaubensrichtungen und Religionen. Ein Bestandteil unserer religiösen Erziehung ist die Arbeit nach der Religionspädagogischen Praxis (RPP) von Franz Kett. Die Mitgestaltung von Gottesdiensten und auch die regelmäßigen Besuche von Pfarrerin Bezzel stellen eine wichtige Verbindung zur Kirchengemeinde St. Johannes dar.

4.3.11 Sprachförderung

Im Alltag findet Sprachförderung im Dialog zwischen Kindern und Fachkräften statt. Es ist uns wichtig, dass die Kinder ihre Gefühle, Bedürfnisse und Konflikte sprachlich ausdrücken können. Um die Dialogfähigkeit zu unterstützen, möchten wir die Kinder zum aktiven Zuhören motivieren. Durch verschiedene Angebote wie Lieder, Fingerspiele, Bilderbücher, Rollenspiele, Geschichten, Gespräche usw. wollen wir die Freude am Sprechen bei den Kindern fördern.
Um die Vorschulkinder im letzten Jahr auf das Lesen- und Schreibenlernen vorzubereiten, arbeiten wir mit dem Würzburger Sprachprogramm. Dadurch wird die phonologische Bewusstheit der Kinder auf spielerische Weise gefördert.

4.4 Beobachtung und Dokumentation der kindlichen Entwicklung

4.4.1 Das Beobachtungskonzept

Gezielte Beobachtungen des pädagogischen Personals nehmen einen wichtigen Stellenwert unserer Arbeit ein.

„Kinder beobachten heißt, Kinder beachten.
Kinder wollen gesehen werden, wie sie sind.
Kinder wollen von verschiedenen Menschen
auch verschieden gesehen werden.“  (Leitfaden zur Beobachtung von Kindern – Landeshauptstadt Mainz)

Dazu verwenden wir den SELDAK Beobachtungsbogen, entwickelt vom Staatsinstitut für Frühpädagogik in München. Die Abkürzung SELDAK steht für Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachig aufwachsenden Kindern. Für Kinder mit Migrationshintergrund wird der SISMIK Beobachtungsbogen genutzt ( Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei  Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen)

Diese Beobachtungen werden für jedes Kind regelmäßig durchgeführt und aktualisiert. Weitere Schwerpunkte unserer Beobachtung sind die körperliche und emotionale – soziale Entwicklung der Kinder, hierfür verwenden wir den PERIK (Positive Entwicklung und Resilienz im Kinder­gartenalltag) Beobachtungsbogen, ebenfalls vom Staatsinstitut für Frühpädagogik in München entwickelt.

Die verwendeten Beobachtungsbögen werden nicht zur Einsicht vorgelegt. Sie unterliegen dem Datenschutz.

4.4.2 Portfolio

Das Portfolio wird in jeder Gruppe individuell gestaltet und ist situationsorientiert auf die Ressourcen jedes einzelnen am Portfolio beteiligten ausgelegt. Mit Bezug auf den Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan und in Partizipation  und Kooperation mit dem Kind wird das Portfolio in die alltägliche Arbeit integriert. Es ist eine Gemeinschaftsarbeit von Kind – Eltern und Fachkraft über die gesamte Kindergartenzeit. Das Portfolio ist ein pädagogisches Instrument, um gemeinsam mit dem Kind die Möglichkeit zu schaffen, dessen individuelle Lernbiografie in Form von vielfältigen Dokumentationen festzuhalten. Dabei wollen wir das Kind unterstützen, seine unterschiedlichen Lernwege zu reflektieren. Die aktuellen Möglichkeiten der Beobachtung werden durch das Portfolio ergänzt. 

5.1 Tagesablauf des Kindergartens und der Vorkindergartengruppe
(Unterschiede sind kursiv gekennzeichnet)

Bei der Gestaltung des Tagesablaufs ist es uns wichtig, ihn einerseits zu strukturieren und andererseits auch Möglichkeiten der freien Gestaltung zu haben. Kinder brauchen Rituale und eine klare Struktur, die ihnen Orientierung und Sicherheit vermittelt.  Eine Strukturierung im Tagesablauf dient zudem dazu, mit den Kindern Gemeinschaft zu leben, zum Beispiel beim gemeinsamen Essen.

Unser Tagesablauf ist wie folgt strukturiert:

7.30 – 8.30 Uhr                    Die Kinder kommen im Kindergarten an und werden in der Gruppe begrüßt.
                                            Im Freispiel können die Kinder gemeinsam mit anderen Kindern oder auch allein spielen, kreativ sein, Kontakte zu anderen knüpfen oder einfach nur zuschauen.
                                            Einige Kinder suchen gerade am Morgen den Kontakt zur Erzieherin, um einfach noch ein bisschen zu kuscheln oder etwas Ruhe zu haben.
                                            Bei schönem Wetter können Kinder, die sich gern und viel bewegen auch am Morgen schon im Garten spielen.
                                            Ab 8.30 ist die Einrichtung geschlossen, um die Arbeit in der Einrichtung nicht zu stören.        
8.30 Uhr                               pädagogisches Angebot
                                            In den einzelnen Gruppen wird in dieser Zeit ein Morgenkreis angeboten, und zu späterer Zeit gegebenenfalls ein weiterer Stuhlkreis.
                                            Im Morgenkreis begrüßen sich die Kinder, schauen wer da ist und wer fehlt, sprechen über Dinge, die die Kinder bewegen und wiederholen bereits gelernte Lieder, Gedichte, Geschichten usw.    
                                            Die Vorschulkinder der Einrichtung werden während dieser Zeit an 1 Tag in der Woche gruppenübergreifend von einer zusätzlichen Fachkraft gefördert. 

bis 9.00 Uhr                         Freispielzeit in der Vorkindergartengruppe

9.00 Uhr                               Brotzeit
                                             Jede Gruppe macht eine gemeinsame Brotzeit. Die Kinder decken den Tisch, teilen die Taschen aus und sprechen ein gemeinsames Tischgebet.
                                            Während der Brotzeit haben die Kinder die Möglichkeit, sich in einer ruhigen Atmosphäre mit ihren Tischnachbarn zu unterhalten.
                                            Wichtig dabei ist aber auch die Einhaltung der Regeln zur Brotzeit (ruhig sitzen, nicht mit vollem Mund sprechen, Höflichkeitsformen...).
                                            Nach dem Essen waschen und trocknen die Kinder ihr Geschirr ab, gehen zum Zähneputzen und zum Händewaschen.
                                            Anschließend gibt es noch die Möglichkeit zum Bewegen in der Aula

Anschl.                                 Freispielzeit

Anschl.                                 Stuhlkreis in der Vorkindergartengruppe

Gegen 10.50 Uhr                  Aufräumen aller Spielsachen,

gegen 11.00 Uhr                  bis 11.45 Uhr Aufenthalt im Garten (Vorkindergartengruppe)

11.00 – 11.30 Uhr                zweites päd. Angebot – bei Bedarf
                                            Gezielte Angebote zu bestimmten Themen (Jahreszeiten, Feste, Sachthemen), Lieder singen, Kreisspiele, Rollenspiele, Geschichten hören und erzählen,
                                            Fingerspiele, Reime, Gedichte, Musizieren, Traumreisen.

11.30 Uhr                             Anziehen für den Garten. Dabei sollen die Kinder lernen, sich selbständig anzuziehen, zu entscheiden was und in welcher Reihenfolge ich es anziehe und sich gegenseitig zu helfen.

bis 12.15 Uhr                        Aufenthalt im Garten. Die Kinder haben hier die Möglichkeit, sich zu bewegen, Kontakte zu anderen Gruppen zu knüpfen, Neues in der Natur zu entdecken, ihre Geschicklichkeit zu erproben,
                                             zu klettern, zu laufen und sich an der Matschanlage kreativ betätigen zu können und sich auch mal schmutzig machen zu dürfen.   

12.00 – 12.30 Uhr                 Erste Abholzeit.

12.15 Uhr                              Ausziehen, Sachen aufräumen, Hände waschen. Die Kinder, die lang bleiben, essen gemeinsam (es gibt sowohl ein warmes Essen, als auch die Möglichkeit
                                             eine zweite Brotzeit zu machen) und dürfen anschließend wieder spielen.

12.30 – 14.30 Uhr                 Mittagsschlaf der Vorkindergartenkinder bzw. Freispiel der Größeren Kinder                               

13.15 – 13.30 Uhr                Zweite kurze Abholzeit.

13.15 – 14.15 Uhr                Ruhephase von Montag – Donnerstag
                                            Kinder mit Ruhebedürfnis haben die Möglichkeit, im Turnraum zu schlafen. Die anderen Kinder finden in dieser Zeit ein ruhiges Spiel in der Gruppe.
                                            Diese Phase der Ruhe dient der Regeneration der Kinder, um neue Kraft zu schöpfen.

Ab 14.30 Uhr                        Beginn der durchgehenden Abholzeit

15.00 - 15.15 Uhr                Nachmittagstee außer am Freitag, da der Kindergarten um 14.30 Uhr schließt

15.00 Uhr                             kleine Brotzeit in der Vorkindergartengruppe

ab 15.15 Uhr                         Freispiel und Abholzeit.

16.00 Uhr                              Der Kindergarten wird geschlossen.

Die Kinder mit verlängerter Buchungszeit bis 17.00 Uhr bzw. freitags bis 15.30 Uhr werden nach dem Nachmittagstee separat in einer eigenen Gruppe von einer pädagogischen Fachkraft betreut.

Für die ausländischen Kinder wird an einem Tag in der Woche Sprachförderung angeboten.

5.2 Regeln

Regeln sind für das Gelingen des Lebens in einer Gemeinschaft notwendig. Bei der Gestaltung und Festlegung von Regeln ist es uns wichtig, dass sie nachvollziehbar und einleuchtend sind. Die Regeln erwachsen aus äußeren Gegebenheiten, aus sozialgemeinschaftlichen Notwendigkeiten, sowie aus den Bedürfnissen von Eltern und Kindern und den Vorgaben und Gesetzen des Trägers und politischer Gegebenheiten.  Wie daraus ersichtlich wird, sind bei der Gestaltung und Festlegung von Regeln viele Faktoren ausschlaggebend.

5.2.1 Bedeutung der Regeln für das Kind

Durch Regeln erfahren die Kinder Orientierung und Struktur. Durch das gemeinsame Diskutieren und Festlegen von Regeln bekommen die Kinder einen Einblick in die Notwendigkeit und Bedeutung von Regeln. Sie erfahren die Möglichkeit demokratischer Mitbestimmung und Partizipation. Das fördert die Einsicht in den Sinn von Regeln. 

5.3 Stellenwert von Gesundheit und Umwelt

5.3.1 Ernährung

Gesunde und bewusste Ernährung sind Grundvoraussetzungen einer guten Gesamtkonstitution.

Gemeinsam mit den Kindern wird besprochen, wie eine gesunde Brotzeit aussehen kann, welche Lebensmittel regional angebaut werden, welches Obst und Gemüse saisonal geerntet wird, aber auch, wie eine Brotzeit verpackt werden sollte. So lernen die Kinder in Bezug auf Nachhaltigkeit sorgsam mit Lebensmitteln umzugehen und Müll zu vermeiden. Es gibt gemeinsame Kochtage, an denen verschiedene Speisen vorbereitet werden. Das warme Mittagessen, welches uns geliefert wir, ist abwechslungsreich, ausgewogen und geht auch auf die Bedürfnisse von Kindern mit anderen Religionen ein.

5.3.2 Bewegung

Bewegungserziehung bzw. Erziehung der Kinder zu einem Menschen, der Bewegung als elementaren Bereich seiner selbst erkennt, ist ein sehr ernst zu nehmender Teilbereich der Gesundheitserziehung in unserer Einrichtung. Als pädagogische Begleiter/Innen der Kinder sehen wir es als unsere Aufgabe an, die Kinder in ihren eigenen Bemühungen und Fähigkeiten zu unterstützen bzw. zur Bewegung zu animieren.  Bewegungsanreize schaffen wir im Kindergarten in vielfältiger Weise. Beispiele dafür sind:

- Bewegungsangebote in offener Form im Turnraum, der Aula oder im Garten
- gezielte Bewegungsangebote wie der gemeinsame Turntag
- Bewegungsspiele, wie zum Beispiel Fangen oder ähnliches im Freien
- Exkursionen in den Wald

5.3.3 Garten und Umwelt

Unser Garten wurde gemeinsam mit den Eltern und einem Landschaftsarchitekten so umgestaltet, dass er den Kindern viel Raum zum Bewegen und zum Erkunden bietet. Neben einem Klettergerüst, einer Schaukel und einer Rutsche, gibt es einen Sandkasten und einen Kaufladen. Auf angelegten Wegen haben die Kinder die Möglichkeit mit Fahrzeugen zu fahren. Bretter und Steine laden zum kreativen Bauen ein. Zwei große Matchanlagen bieten den Kindern die Möglichkeit, sich mit den Elementen Wasser und Erde  auseinanderzusetzen.

Um den Kindern die Natur und ihren Lebensraum nahe zu bringen, bieten wir Waldtage und Ausflüge in die nähere Umgebung an. Durch diese Erfahrungen wird das soziale Miteinander gestärkt, indem die Kinder gemeinsam etwas schaffen, aber auch Verantwortung für den anderen übernehmen. Die nachhaltige Erziehung ist ein wichtiges Thema für uns. Themen wie sparsamer Umgang mit Energie und Wasser sowie Mülltrennung liegen uns am Herzen. Aus umweltpädagogischer Sicht schafft das unmittelbare Erleben der Natur eine grundlegende Voraussetzung für die Bereitschaft zu umweltgerechtem Bewusstsein und Verhalten. Das Erleben im Wald, das eigenhändige Entdecken und Begreifen kann didaktische Materialien und trockene Theorie ersetzen und Kinder können eine liebevolle Beziehung zur Natur entwickeln.

5.4 Beginn der Kindergartenzeit und Übergang in andere Betreuungsformen
nach der Kindergartenzeit

5.4.1 Eingewöhnung und Beginn

5.4.1.1 Eingewöhnung und Beginn im Kindergarten

Die Kinder kommen im Alter von 3 – 4 Jahren zu uns in den Kindergarten, welchen sie bis zum Schuleintritt besuchen. Die Eingewöhnungszeit wird individuell auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder  abgestimmt. Die Kinder werden gestaffelt in der Regel mit Beginn des ersten Schultages aufgenommen. Pro Tag kommen 1 – 2 Kinder neu in die Gruppe. So können sich die Kinder langsam an die neue Umgebung gewöhnen.

5.4.1.2 Eingewöhnung und Beginn im Vorkindergarten

Die Kinder in der Vorkindergartengruppe sind 2 – 4 Jahre alt und bleiben ca. 1 – 2 Jahre in der Gruppe. Anschließend wechseln sie in die verschiedenen Kindergartengruppen. Bei sehr jungen Kindern oder  Kindern, die das erste Mal von ihren Bezugspersonen getrennt sind, ist unter Umständen die Begleitung einer vertrauten Person über einen längeren Zeitraum notwendig. Die Eingewöhnungszeit wird individuell und auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder abgestimmt. Wichtig hierbei ist die Einhaltung der Absprachen mit dem Fachpersonal. Die Bezugsperson muss für den Kindergarten immer erreichbar sein, damit das Kind bei auftretenden Schwierigkeiten sofort abgeholt werden kann. Auch hier kommen die Kinder gestaffelt und mit dem Beginn des ersten Schultages.

5.4.2 Abschluss und Übergang in eine andere Betreuungsform (Schule, Hort)

Im letzten Kindergartenjahr wird für alle schulpflichtigen Kinder an einem Tag der Woche eine Vorschulstunde angeboten.  Da diese auch gelegentlich in den Räumen des Evang. Hortes stattfindet, können sich die zukünftigen Hortkinder bereits damit vertraut machen. Auch dürfen die Kinder, im Rahmen der Kooperation mit der Grundschule, diese besuchen und eine Schnupperstunde erleben. So können sie die Schule und deren Räumlichkeiten kennenlernen. Für alle Kinder, insbesondere für diejenigen, die den Kindergarten verlassen, findet eine Abschiedsfeier am Ende des Kindergartenjahres in Form eines kleinen Gottesdienstes gemeinsam mit der Pfarrerin statt. Die Vorschulkinder dürfen zum Abschluss ihrer Kindergartenzeit im Kindergarten übernachten und werden mit ihren selbst gebastelten Schultüten in die Schule entlassen.

6. Entwicklungspsychologische Grundlagen im Kindergartenalter

Die verbale Kommunikation zwischen den Kindern nimmt vor dem 3. Geburtstag deutlich zu; jetzt wird der Spielverlauf in Worten geplant und strukturiert.  Handlungen und auch Bedürfnisse der Kinder werden verbal kommentiert. Antwortbereite und feinfühlige Erzieher/innen sind das Maß für Betreuungsqualität schlechthin, besonders im Hinblick auf kognitive und sprachliche Fähigkeiten der Kinder. (vgl. Haug-Schnabel u. Bensel; 2010, S 74) Auch die emotionale Entwicklung schreitet voran. So können die Kinder nun ihre Emotionen benennen und etwas später (mit ca. 4 Jahren), auch die Gefühle anderer gedanklich erschließen. Die Fähigkeit, seine Emotionen regulieren zu können und dadurch emotionale Kompetenz zu erwerben, hängt von den Wechselwirkungen zwischen dem kindlichen Temperament und der emotionalen Sozialisation in der Familie ab. (vgl. Haug-Schnabel u. Bensel; 2010, S 80). Zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr finden die wichtigsten Entwicklungen in der Differenzierung von Emotionen und den jeweiligen Auslösebedingungen statt – und damit auch eine zunehmende Verbesserung der emotionalen Perspektivenübernahme. (vgl. Haug-Schnabel u. Bensel; 2010, S102) Für die Entwicklung von Eigeninitiative und Selbständigkeit brauchen die Kinder Erwachsene, die ihnen die dafür notwendigen Experimentier- und Freiräume zur Verfügung stellen. Ein Kind weiß, wann es Hilfe braucht. Die Chance, festzustellen, ob es auch ohne Hilfe geht, sollte man ihm immer lassen.(vgl. Haug-Schnabel u. Bensel; 2010, S 105/106). Die Geschlechtsidentität entwickelt sich und es beginnt das Sauber- und Trockenwerden sowie die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschlechtsidentität. Die Kinder erleben nun immer wieder neue Übergänge (Pflegemaßnahmen ertragen, Umgebungswechsel, mit neuen Menschen konfrontiert werden…..) Bei Übergängen handelt es sich um Entwicklungsphasen, in denen tiefgreifende, anhaltende Veränderungen anstehen, die allesamt mit einer Neuorientierung der beteiligten Beziehungen einhergehen und viel emotionale Kommunikation verlangen. (vgl. Haug-Schnabel u. Bensel; 2010, S 87) Rollenspiele entwickeln sich. Das Rollenspiel erfordert von den Teilnehmern höhere soziale und kognitive Fähigkeiten. Mit der Übernahme verschiedener Rollen übt das Kind somit auch sein Sozialverhalten. (vgl. Haug-Schnabel u. Bensel; 2010, S 96) Die Kinder lernen, sich in eine Gruppe zu integrieren, sowie mit Erfolgen und Misserfolgen umzugehen. Die motorische Entwicklung beschleunigt sich in dieser Altersspanne. Voraussetzung  dafür ist, dass die wichtigsten Bewegungsabläufe automatisiert und gezielt – abhängig von der jeweiligen Situation – eingesetzt werden können. (vgl. Haug-Schnabel u. Bensel; 2010, S 89) Diese entwicklungspsychologischen Aspekte dienen als Grundlage für Beobachtungen und situations­orientierte Angebote. Die Begleitung der Kinder soll auf diesen Aspekten aufbauen. Die Räumlichkeiten und Spielmaterialien sind aufgrund dieser Aspekte den Bedürfnissen der Kinder angepasst, zum Beispiel soll genug Raum für vielfältige Bewegungsbedürfnisse der Kinder geschaffen werden (Turnraum, Bewegungsmöglichkeiten im Garten  und der Aula etc. ).

7.1 mit dem Träger

Es findet ein regelmäßiger Austausch mit dem Träger und der Leiterin der  Einrichtung statt. Der Kinder­tages­stätten Ausschuss, zusammengesetzt aus drei ehrenamtlich tätigen Mitgliedern des gewählten Kirchenvorstandes der Kirchengemeinde Gilching und der Vorsitzenden des Kirchen­vorstands Frau Pfarrerin Bezzel trifft sich in einem 6-wöchigem Turnus, um alle Belange der Einrichtung und des Trägers zu besprechen.

7.2 mit dem Kinderhort St. Johannes

Beide Einrichtungen profitieren durch zweimal im Jahr stattfindende Teamtreffen, die dem fachlichen Austausch dienen. Eine nicht unbedeutende Anzahl an Kindern wechselt jährlich vom Kindergarten in den Hort.

7.3 im Team

In unserem Team soll jeder die Möglichkeit haben, sich seinen Fähigkeiten gemäß in die laufenden Prozesse einbinden zu können. Dabei sind uns gegenseitige Wertschätzung und produktives Umgehen mit Konflikten sehr wichtig. Aufgaben und Rollen jeder Mitarbeiter/In sind klar definiert mit entsprechen­den Möglichkeiten der freien Entfaltung der jeweiligen Potentiale. Die pädagogischen Fachkräfte haben die Aufgabe und die Verantwortung die pädagogische Qualität der Einrichtung zu gewährleisten, insbesondere auf der Leitungsebene. Durch den regelmäßigen fachlichen Austausch und Teamgespräche wird reflektiert und ein gemeinsamer Konsens pädagogischer und fachlicher Arbeit angestrebt.

7.4 mit den Eltern

Die Zusammenarbeit mit Eltern ist eine unabdingbare Voraussetzung für gute pädagogische Arbeit mit den Kindern und einer produktiven gemeinsamen Erziehungsarbeit. So ist es möglich, sich auf beiden Seiten besser zu verstehen, sich gegenseitig bei Entscheidungen und Problemlösungen zu unterstützen. Eine Zusammenarbeit mit anderen Institutionen (Vernetzung) ist dabei sehr wichtig. So entsteht eine Bindung an die Einrichtung und die Identifikation mit dem pädagogischen Konzept. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für eine gute Integrationsarbeit.  Einzelgespräche werden je nach Bedarf der Eltern und Erzieher, sowie auf Wunsch, angeboten. Neben den Einführungselternabenden werden thematische Abende angeboten.

Gemeinsam mit dem Elternbeirat werden Feste organisiert und wichtige Themen, die die Eltern betreffen, besprochen. Zudem führen wir mit den Eltern Tür- und Angelgespräche, die unter anderem den Kontakt und die Hemmschwelle aufeinander zuzugehen erleichtern.

7.4.1 Hospitation

Die Eltern haben die Möglichkeit, nach Terminabsprache mit den Pädagogen in der Einrichtung zu hospitieren. Sie lernen den Alltag ihrer Kinder kennen, nehmen die Atmosphäre durch eine beobachtende Haltung wahr und erleben die Arbeitsweise der Pädagog/Innen.

7.4.2 Funktion und Arbeit des Elternbeirates

Der Elternbeirat dient als Bindeglied zwischen Träger, Kindergartenteam und Eltern Der Elternbeirat wird zu Beginn des Kindergartenjahres für ein Jahr gewählt. Die Ergebnisse der regelmäßig stattfindenden Sitzungen werden für Träger, Kindergartenteam und Eltern in Form von Protokollen erstellt. Die Protokolle werden im Kindergarten ausgehängt. Ein jährlicher Rechenschaftsbericht am Anfang des neuen Kindergartenjahres wird im Kindergarten veröffentlicht.

Tätigkeiten:

Der Elternbeirat vertritt die Belange der Eltern im Hinblick auf:

                die Jahresplanung
                die fachliche Qualifikation der Mitarbeiter/Innen
                die Öffnungszeiten
                die pädagogische Arbeit

Der Elternbeirat plant, organisiert und unterstützt das Kindergartenteam bei Festen und anderen Veranstaltungen, wie z.B:

Veranstaltung von Eltern Cafés und Elternstammtischen
Unterstützung des Teams bei Projekten oder Ausflügen
Eltern als Initiatoren von Aktionen und Angeboten im Kindergartenalltag (Väterfrühstück,
Verkehrserziehung)

7.5 mit den Grundschulen

Für eine gelingende Schulvorbereitung und Übergangsbewältigung ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit von Eltern, Kindertageseinrichtung und Grundschule erforderlich. Die Kooperation von Kindertageseinrichtung und Grundschule besteht zu einem wesentlichen Teil aus gegenseitigen Besuchen, bei denen Erzieherinnen, Lehrkräfte und Kinder miteinander in Kontakt kommen. Die Kindertageseinrichtung arbeitet insbesondere mit jenen Grundschulen zusammen, die sich in der näheren Umgebung befinden. Nicht auszuschließen ist, dass einzelne Kinder später in eine andere Schule kommen. Typische Besuchssituationen sind:

• Die Kinder besuchen die Grundschule in Begleitung mit ihren Erzieherinnen.

Alle Kinder sind daran beteiligt, wenn z.B. mit Schulklassen gemeinsame Projekte durchgeführt werden. Für Kinder, deren Einschulung ansteht, sind Schulbesuche wichtig, um den neuen Lebensraum Schule und die neuen Bezugspersonen frühzeitig kennen zu lernen. In Absprache mit der Schule besteht die Möglichkeit, dass Lehrkräfte speziell für diese Kinder in der Schule spielerisch gestaltete Unterrichtseinheiten anbieten oder einen Vorkurs durchführen oder Erzieherinnen die Kinder bei Aktionen im Rahmen der Schuleinschreibung begleiten (z.B. Einschreibungstag, Schnuppertag, Schul- bzw. Unterrichtsspiel).

Eine intensive Schulvorbereitung und damit Fachgespräche, in denen sich Kindertageseinrichtung und Grundschule über einzelne Kinder namentlich und vertieft austauschen, finden in der Regel erst im letzten Jahr vor der Einschulung statt. Zu dessen Beginn werden alle Eltern auf dem Einschulungselternabend und im Einzelgespräch um ihre Einwilligung ersucht, solche Fachgespräche bei Bedarf und in Absprache mit den Eltern führen zu dürfen. Bei Kindern, die an einem Vorkurs teilnehmen, erfolgt das Einwilligungsverfahren in der Regel bereits im Jahr davor. An einem „Vorkurs Deutsch lernen vor Schulbeginn“ nehmen jene Kinder teil, deren Eltern beide nichtdeutscher Herkunft sind und die einer Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse bedürfen. Die Kursteilnahme verbessert Startchancen der Kinder in der Schule. Der Vorkurs, dem eine Erhebung des Sprachstandes des Kindes im vorletzten Kindergartenjahr (Februar/März) vorausgeht, findet während des gesamten letzten Kindergartenjahres statt. Er beträgt 160 Stunden, die Kindergarten und Grundschule je zur Hälfte erbringen. Im letzten Jahr setzt zugleich die Begleitung des Kindes, aber auch der Eltern beim Übergang in die Schule ein, die bis zum Ende des 1. Schuljahres fortgeführt wird.

7.6 mit beratenden Einrichtungen

Bei Bedarf stellen wir Kontakte zu anderen Organisationen her, beispielsweise zu diversen Schulen, Beratungsstellen, Logopäden, Kinder und Jugendtherapeuten, dem Jugendamt und bei Inklusiver Arbeit dem Bezirk. Auch die Zusammenarbeit mit ortsansässigen Ärzten (Zahnarzt, Kinderärzte) ist für uns sehr wichtig.

7.7 mit der Gemeinde Gilching

Es finden regelmäßige Treffen mit der Kinder-und Jugendbeauftragten der Gemeinde Gilching statt. Die Treffen dienen dem  Austausch zwischen allen Kindergärten Gilchings und der politischen Gemeinde über Themen wie: den Bedarf von Plätzen, die Platzvergabe und die Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit mit anderen Kindertageseinrichtungen (Krippe und Hort) und den Schulen.

7.8 Kooperation mit anderen Kindergärten in der Gemeinde Gilching sowie des Dekanats

Die Kindergartenleitungen treffen sich in Abständen zum Austausch über diverse Themen.

8. Kinderschutz

Kinder, die unsere Einrichtung besuchen, stehen nach dem Sozialgesetzbuch § 8a bei Gefährdungs­risiken bzw. Verdacht auf Kindeswohlgefährdung unter dem besonderen Schutz des Gesetzgebers. Dies ist vertraglich zwischen dem Träger der Einrichtung und dem zuständigen Jugendamt Starnberg geregelt. Wird ein Bedarf an Unterstützung festgestellt, bieten wir, um eine Gefährdung abzuwenden, Hilfsangebote, wie beratende Gespräche, die Hinzuziehung von Fachdiensten oder Beratungsstellen an. Werden Hilfsangebote seitens der Erziehungsberechtigten nicht angenommen, sind wir per Gesetz verpflichtet, entsprechende Informationen an das zuständige Jugendamt weiter zu leiten.

9.1 Elternumfrage

Einmal jährlich findet die Evaluation in schriftlicher Form statt, bei der die Eltern die Qualität der Einrichtung bewerten sollen. Die Ergebnisse werden in schriftlicher Form ausgehängt bzw. dem Träger und dem Elternbeirat bekannt gegeben.

9.2 Auswertung und Reflexion

Der Einsatz und die Auswertung von einmal  jährlich durchgeführten Elternbefragungen dienen der Qualitätssicherung der pädagogischen und organisatorischen  Arbeit in der Einrichtung. Am Ergebnis der Umfragen orientiert sich die Einrichtung an den Familien und arbeitet mit dessen Bedürfnissen. Mit dieser Methode und dessen Auswertung werden Maßnahmen diskutiert und reflektiert. Das schafft die Grundlage für mögliche Veränderungen. Auf dieser Grundlage  werden gegebenenfalls Veränderungen herbeigeführt. Das Team, der Träger und der Elternbeirat werden damit in die Weiterführung der Konzeption und somit der Qualitätssicherung eingebunden.

9.4 Fortschreibung der Konzeption

Die Konzeption bildet für die Einrichtung eine Grundlage und Legitimation ihrer Arbeit. Eine Konzeption ist nie „fertig“, sondern unterliegt Änderungen. Eine Konzeption beinhaltet feste unveränderliche Punkte wie zum Beispiel „ Das Bild vom Kind“, welche als ethischer bzw. religiöser Grundsatz festgeschrieben sind und die schon genannten veränderbaren Aspekte.

9.5 Mitarbeitergespräche

Es wird einmal jährlich ein Mitarbeitergespräch geführt. Dieses dient der Reflexion und Weiterentwicklung.

9.6 Fortbildungs-/ Jahresplanung

Fortbildungen sind elementare Bestandteil der Qualitätssicherung, da sie dem Personal ermöglichen, ihr Wissen und Können auf den neuesten Stand zu bringen.

9.7 Teamentwicklung und Supervision

Es werden regelmäßig Fortbildungstage mit Referenten und Teamtage  zur Teamentwicklung durchgeführt und vom Träger finanziert. Zur Weiterentwicklung einer guten Teamarbeit, fundierter Pädagogik und somit reflektiertenrArbeit sind dies sehr wichtige Maßnahmen. Bei Bedarf  kann Supervision beim Träger beantragt werden.

10.1 Öffentlichkeitsarbeit

Wir stellen uns über unsere Webseite der Öffentlichkeit vor. Regelmäßig wird ein Artikel im Gemeinde­brief der Kirchengemeinde St. Johannes erscheinen. In der örtlichen Presse berichten wir über Feste und Aktionen. Unsere Adresse ist im Gemeindeblatt der Gemeinde Gilching zu finden.

10.2 Förderverein

Der Förderverein Sterntaler e.V., gegründet von Eltern aus dem Kindergarten St. Johannes unterstützt den Kindergarten und den Hort gleichermaßen.

11. Datenschutz

Der Datenschutz ist in sozialen Einrichtungen von Bedeutung. Wir als Kindergarten unterliegen auch dem Datenschutzgesetz. Persönliche Daten der Kinder und Eltern werden sicher aufbewahrt. Inhalte von Elterngesprächen oder internen Besprechungen über ein Kind unterliegen der Schweigepflicht des pädagogischen Personals. Gespräche zwischen dem pädagogischen Personal und den Lehrkräften über ein Kind können nur stattfinden, wenn vorher eine schriftlich verfasste Schweigepflichtentbindung vorliegt. Praktikanten erhalten eine Schweigepflicht Erklärung, die sie unterzeichnen.

Schlusswort

Durch eine enge Kooperation zwischen Kindergärten, nachschulischen Betreuungseinrichtungen und den Grundschulen vor Ort,  wollen wir dazu beitragen, ein tragendes Netzwerk für die Betreuung von Kindern und deren Familien zu schaffen.
Unser weiteres Vorhaben ist eine regelmäßige Konzeptionsüberarbeitung. 

Literaturverzeichnis

Haug-Schnabel. G. und Bensel. J. (8.Auflage 2010). Grundlagen der Entwicklungspsychologie- Die ersten 10 Lebensjahre. Freiburg im Breisgau: Verlag Herder GmbH

Bayerischer Bildungs-und Erziehungsplan

Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen- Staatsinstitut für Frühpädagogik (2. Auflage 2006). Der bayerische Bildungs-und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung. Weinheim und Basel: Beltz Verlag