„Gemeinsam Staunen“ - so lautet das Motto unseres ökumenischen Pfarr- und Gemeindebriefs. Staunen ist eine besondere Gabe. Kinder können das oft ganz selbstverständlich: Sie entdecken die Welt mit offenen Augen und lassen sich überraschen. Aber auch wir Erwachsenen verlieren diese Fähigkeit nicht ganz. Manchmal genügt ein Gespräch, eine Begegnung, Musik, ein Bibelwort oder das Engagement eines anderen Menschen – und wir staunen.
Wenn ich auf unsere Gemeinden in Gilching und Weßling schaue, dann gibt es vieles, worüber ich staune. Über die vielen Menschen, die Verantwortung übernehmen – im Kirchenvorstand, im Pfarrgemeinderat, im Mutter-Kind-Haus und in vielen anderen Gruppen. Über Kinder und Jugendliche, die Leben in unsere Gemeinden bringen. Über Chöre, die mit ihren Stimmen den Glauben hörbar machen. Über den Seniorentreff, über Menschen, die mit Angeboten wie „Vorbeischauen“ anderen Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Über alle, die sich mit ihren Gaben einbringen und so Kirche lebendig werden lassen.
Martin Luther sprach vom „Priestertum aller Gläubigen“. Dahinter steht die Überzeugung, dass jeder Mensch von Gott berufen ist und etwas zum Leben der Gemeinde beitragen kann. Niemand muss alles können, aber jeder kann etwas. Gerade die Vielfalt der Begabungen macht unsere Gemeinden reich.
Auch die Veranstaltungen dieses Gemeindebriefs laden zum Staunen ein. Sie laden ein, den Blick zu weiten und sich auf neue Perspektiven des Lebens und Glaubens einzulassen. Die uns hier und da ahnen lassen, dass Gott größer ist als unsere Vorstellungen.
Besonders freue ich mich, dass dieser Gemeindebrief ökumenisch ist. Evangelische und katholische Christinnen und Christen gehen in Gilching und Weßling viele Wege gemeinsam. Wir teilen mehr, als uns trennt: den Glauben an Jesus Christus, die Hoffnung auf Gottes Zukunft und den Auftrag, seine Liebe in der Welt sichtbar werden zu lassen. Auch darüber dürfen wir staunen.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie in diesem Gemeindebrief Menschen entdecken, die Sie ermutigen, Angebote, die Sie ansprechen, und Gedanken, die Ihren Glauben bereichern. Vor allem aber wünsche ich uns, dass wir uns immer wieder die Fähigkeit bewahren, gemeinsam zu staunen – über Gott, über das Leben und über die Menschen, die er uns an die Seite stellt.
Herzlichst im Namen des Redaktionsteams,
Ihr Pfarrer Constantin Greim
