Geschichte der Kirchengemeinde

Die neuere Geschichte des Protestantismus in Oberbayern setzt mit Beginn des 19. Jahrhunderts ein. Nach Jahrhunderten der konfessionellen Trennung führte nach der Gründung des Königreichs Bayern 1806 der Weg zur konfessionellen Gleichberechtigung.

Auch in vorher rein katholischen Gebieten konnten nun Protestanten siedeln. In Gilching, Argelsried und Oberpfaffenhofen zählte man 1840 um die 40 Protestanten; diese waren hauptsächlich aus Franken gekommen. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden diese Protestanten seelsorgerlich von den umliegenden Orten Fürstenfeld, Starnberg und dann München betreut.

 

Foto Ev. Gemeindezentrum St. Johannes 1973
Bildrechte: Ev.-luth. Kirchengemeinde Gilching

Die Zahl der Protestanten wuchs; bald nach dem 1.Weltkrieg richtete die Pfarrei Pasing in der Argelsrieder Schule eine Predigtstation ein. 1925 wird die Pasinger Tochterkirchengemeinde Herrsching gebildet, die 1936 mit Gilching –Weßling zum „exponierten Vikariat“ ernannt wurde.

Nach Kriegsende 1945 nahm die Zahl der Protestanten überall in Oberbayern sprunghaft zu. Deshalb gründete die Landeskirche 1948 das neue evangelische Dekanat Weilheim, zu dem auch die Kirchengemeinde Herrsching (mit dem Gebiet der heutigen Kirchengemeinde Gilching-Weßling gehörte). 1950 wird in Gilching die hölzerne Christuskirche in der Römerstraße gebaut. Damit war Gilching ein evangelischer Kirchort geworden, dessen seelsorgerische Betreuung aber weiterhin in den Händen des Herrschinger Vikars lag. In Oberpfaffenhofen konnten die Protestanten von 1946 bis 1971 (Fertigstellung des Maria-Magdalena-Hauses) in der alten katholischen Kirche Gottesdienst feiern.

Der Herrschinger Vikar verlegte 1952 offiziell seinen Dienstsitz nach Gilching. Dies leitete den zweiten Schritt ein, den die Landeskirche vier Jahre später vollzog, als sie zunächst im Februar 1956 die bürgerlichen Gemeinden Argelsried, Gilching, Oberpfaffenhofen, Hochstadt und Weßling zu einer Tochterkirchengemeinde von Herrsching erhob und dann im November 1956 das Herrschinger Vikariat auflöste und dafür gleichzeitig ein Exponiertes Vikariat Gilching errichtete. Nach mühevollen sechs Jahren hatte Pfarrer Albrecht Schmidt mit dem Bau des neuen Gemeindezentrums die Grundvoraussetzung für den dritten und entscheidenden Schritt geleistet, den die Landeskirche im April 1962 verkündete:

Unter Auflösung des Exponierten Vikariats Gilching wird eine selbständige Evang.-Luth. Kirchenpfarrei Gilching geschaffen. Die Einweihungsfeier der Johannes-Kirche am 16. Dezember 1962 bildete den krönenden Abschluß einer zwölfjährigen Entwicklung, für die wir die Jahre 1950, 1956 und 1962 sozusagen als die tragenden Säulen herausgestellt haben. 1987 wurde dann der Anbau mit dem neuen Gemeindesaal fertiggestellt, der heute eines der Zentren unserer Aktivitäten ist.

Album "Von der alten zu der neuen Kirche"

Dieses Album wurde der Familie Hoffmann als Dank für ihren Einsatz bei der Abrechnung des Kirchenbaus geschenkt und nun von den Erben unserer Gemeinde zur Verfügung gestellt.

Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums präsentieren wir Ihnen hier die digitalisierten Seiten.